Teilungsversteigerung Vorkaufsrecht

Ist die Situation in der Erbengemeinschaft festgefahren und beantragt ein Miterbe die Teilungsversteigerung, stellen sich die übrigen Mitglieder häufig die Frage, inwiefern sie das Verfahren verhindern können. Auch das Vorkaufsrecht wird in diesem Zusammenhang oft thematisiert. Wir erläutern, was es damit auf sich hat.

Inhaltsverzeichnis

Teilungsversteigerung - was macht das mit Vorkaufsrechten?

In vielen Erbengemeinschaften können sich die Beteiligten nicht darüber einigen, wie sie mit einem Haus oder Grundstück verfahren sollen, das zum Nachlass gehört. Soll die Immobilie verkauft oder lieber vermietet werden? Möchte ein Miterbe selbst einziehen? Kommt die Einigung nicht voran, scheren einzelne Mitglieder der Erbengemeinschaft nicht selten aus und beantragen entnervt die Teilungsversteigerung, um endlich an ihren Anteil am Erbe zu kommen – allen Kosten und Nachteilen zum Trotz, die damit verbunden sind.

Vielfach stellen die übrigen Erben dann Überlegungen an, wie sie die in der Regel für alle nachteilige Teilungsversteigerung verhindern können. Und oftmals taucht dann auch die Frage auf, ob ein Vorkaufsrecht das Verfahren zur Versteigerung stoppen kann. Wir erläutern die unterschiedlichen Vorkaufsrechte und zeigen Ihnen, ob und wie diese sich auf den weiteren Verlauf der Teilungsversteigerung auswirken können.

Welche Vorkaufsrechte gibt es?

Das deutsche Recht definiert verschiedene Vorkaufsrechte: 

Dingliches Vorkaufsrecht    

Ein dingliches Vorkaufsrecht kann gemäß § 1094 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) vorliegen und ist im Grundbuch eingetragen, § 873 BGB. Das bedeutet, dass ein Grundstück mit einem Vorkaufsrecht für eine Person belastet ist, sodass diese Person dem Eigentümer gegenüber zum Vorkauf berechtigt ist. Die schuldrechtliche Wirkung des Vorkaufsrechts wird in den §§ 463 bis 473 BGB definiert.

Was bewirkt ein Vorkaufsrecht bei der Teilungsversteigerung ?

De facto kann keines der geschilderten Vorkaufsrechte die Teilungsversteigerung verhindern. Es ergeben sich jedoch indirekte Konsequenzen aus dem dinglichen Vorkaufsrecht und dem Vorkaufsrecht der Miterben, weil sie den weiteren Verlauf der Teilungsversteigerung zumindest beeinflussen können.

Warum gilt das Vorkaufsrecht der Miterben nicht bei der Teilungsversteigerung ?

Die Ausübung des Vorkaufsrechts durch Miterben bezieht sich auf den Erbteil des Miterben, der seinen Anteil am Nachlass verkaufen will und daher beim Gericht den Antrag auf Teilungsversteigerung stellt. Bei der Versteigerung geht es jedoch üblicherweise ausschließlich um ein Haus oder ein Grundstück, das sich im Besitz der Erbengemeinschaft befindet.

Fazit

Ein Vorkaufsrecht verhindert die Teilungsversteigerung nicht. Es kann aber zumindest dazu beitragen, dass kein Dritter über die Teilungsversteigerung entscheidet. Besser wäre es, den weg des Erbteilverkaufs einzuschlagen und seinen Anteil am Erbe schon während der Teilungsversteigerung zu verkaufen und aus der Erbengemeinschaft auszusteigen.

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